Neue Forschung zeigt Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Schlafqualität durch Alltags-Daten

Link Between Alcohol Intake and Sleep Quality

Ein Glas Wein ist eine beliebte Art, sich am Abend zu entspannen. Das heißt jedoch nicht, dass es auch gut für den Schlaf ist. Eine neue Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Erholsamkeit des Schlafes.

Die neue Studie aus Finnland ist insofern einzigartig, da Daten im Alltag von über 4000 Frauen und Männern aufgezeichnet und ausgewertet wurden. Besonders auffällig: schon ein einziger Drink hatte einen offensichtlich negativen Einfluss auf die Erholungsqualität des Schlafes.

Schlafbedürfnisse variieren von Mensch zu Mensch, aber auch von Tag zu Tag – während manche Personen mehr brauchen, kommen andere mit weniger aus. Es gibt mehr und mehr Evidenz dafür, dass tägliche Routinen, Aktivitäten und Konsumverhalten eine Rolle bei der Schlafqualität spielen, was es umso wichtiger macht, das Verhalten von Personen und dessen Einfluss auf den Schlaf zu untersuchen.

„Die Wichtigkeit von Schlaf in Bezug auf Qualität und Länge kann gar nicht häufig genug betont werden“, sagt Tero Myllymäki, Leiter der Physiologie bei Firstbeat und Co-Autor der vorliegenden Studie. „Es ist nicht immer möglich, länger zu schlafen. Doch zu wissen, welches Verhalten sich wie auf unsere Schlafqualität auswirkt, kann uns helfen, effizienter zu schlafen. Eine kleine Veränderung kann großen Einfluss auf den Schlaf haben, solange es die richtige Veränderung ist.“

Wie beeinflusst Alkohol die Schlafqualität?

Der Studie zufolge hat Alkoholkonsum einen universell schlechten Einfluss auf die Erholungsqualität des Schlafes. Der Einflussgrad variiert basierend auf der Menge an konsumiertem Alkohol, wobei bereits eine Einheit eine erkennbare Reduktion der Erholsamkeit des Schlafes aufwies.

Alkohol steigert die Herzfrequenz und schwächt die Herzratenvariabilität. Das sind die offensichtlichsten Effekte während der ersten Stunden Schlaf. In diesem Fallbeispiel hat eine 44-jähirge Frau 3 Einheiten Alkohol konsumiert. (Zum Vergrößern anklicken)

Wenn es darum geht, den Effekt von Alkohol zu spüren, gilt: je höher die Dosis, umso einfacher ist der Effekt auch zu spüren. Doch nur, weil man nicht durch die Bars gezogen ist, oder mit einem Kater aufwacht, heißt das nicht, dass man seinem Körper einen Gefallen getan hat.

Die Ergebnisse waren für Männer und Frauen gleichermaßen ähnlich, ebenso wie für physisch aktive und weniger aktive Menschen. Die Verminderung der Schlafqualität nach Alkoholkonsum war für jüngere Menschen größer als für ältere. Auch bei Menschen mit einem normalerweise niedrigerem Ruhepuls war die Qualitätsabnahme gravierender als für Menschen mit einer sonst höheren Herzfrequenz während des Schlafes.

„Wenn man physisch aktiv oder jünger ist, ist es einfach zu glauben, dass man unbesiegbar ist“, sagt Myllymäki. „Die Studie zeigt jedoch, dass auch die Jungen und physisch Aktiven anfällig für den negativen Effekt von Alkohol auf die Regeneration sind.“

Wenn man sich vor allem die ersten drei Stunden Schlaf nach Alkoholkonsum anschaut, war die physiologische Regeneration um durchschnittlich 9,3% (geringer Alkoholkonsum), 24,0% (moderater Alkoholkonsum) und 39,2% (hoher Alkoholkonsum) reduziert.

Für diese Studie wurde niedriger, moderater und hoher Alkoholkonsum durch Menge von Alkohol in Gramm relativ zum Körpergewicht bewertet. Für eine durchschnittliche Person bedeutet das etwa ein Konsum von etwa 1-2 Getränken, 2-6 Getränke und mehr als 6 Getränke für die jeweilige Abstufung.

Objektiv gemessene Schlafqualität

Um die Erholungsqualität des Schlafes zu messen, hat die Studie die Analyse der Herzratenvariabilität (HRV) als Weg genutzt, um die Aktivität des autonomen Nervensystems (ANS) zu untersuchen. Durch die Interpretation der HRV konnten die Forscher die Intensität von Stress- und Regenerationsreaktionen des Körpers durch den Sympathikus und Parasympathikus des ANS einsehen.

Firstbeat Forschungsdatenbank

Die in der Studie genutzten Daten kommen aus der Forschungsdatenbank von Firstbeat, welche zum Zeitpunkt des Forschungsbeginns insgesamt 111.025 Tage HRV-Daten von 42.086 Individuen beinhaltet. Jeder dieser Menschen nahm am Firstbeat Lifestyle Assessment teil, welches in der Regel 72 Stunden lang die HRV und weitere Daten aufzeichnet, um den Zusammenhang zwischen Stress, Erholung, physischer Aktivität und Gesundheit zu untersuchen. Die HRV-Daten wurden mit dem Firstbeat Bodyguard2 aufgezeichnet.

Um den Zusammenhang zwischen Alkohol und der Schlafqualität zu untersuchen, wurden Daten von 4.098 Individuen ausgewertet, welche nach bestimmten Kriterien ausgewählt wurden. Die Probanden nahmen zwischen 2007 und 2015 am Lifestyle Assessment teil, waren zwischen 18 und 65 Jahren alt und zeichneten wenigstens zwei Nächste auf – eine mit und eine ohne Alkoholkonsum.

Die Firstbeat Forschungsdatenbank wird genutzt, um zu den Themen Schlaf, Stress, Erholung und physischer Aktivität zu forschen. Im Jahr 2018 beinhaltet die Datenbank mehr als 350.000 Tage Assessment-Daten von etwa 120.000 Individuen.

Erfahren Sie mehr

Acute Effect of Alcohol Intake on Cardiovascular Autonomic Regulation During the First Hours of Sleep in a Large Real-World Sample of Finnish Employees: Observational Study

Kompletter Text hier einsehbar: http://mental.jmir.org/2018/1/e23/

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