Zurück aus dem Urlaub: Energie voll aufgeladen, oder wehmütiges Zurückblicken?

Die Kinder sind wieder in der Schule und viele von uns Erwachsenen kommen ebenfalls aus dem Sommerurlaub zurück zur Arbeit. Egal, ob Sie nur ein langes Wochenende, hier und dort eine Woche oder gar eine 3- bis 4-wöchige Komplettauszeit genommen haben: es heißt wieder zurück in den Alltag und die Routinen in vielen Teilen der Welt. Wie aber behält man die Energie bei, die man hoffentlich während des Urlaubs getankt hat und genießt das tägliche Leben mit seinen Höhen und Tiefen?

Unsere Lokalzeitung brachte vor ein paar Tagen eine Kolumne von Heikki Kärki, der das Thema ansprach. Er sagte, dass der größte Urlaubsstress für ihn tatsächlich aus den „Wie mache ich mir stressfreie Ferien“-Richtlinien resultierte, die immer angeworben werden. Er fand die Tipps zu absolut und inflexibel, mit Fokus auf dem grauen Alltag versus dem blumig-bunten Urlaubszeit, anstatt sich auf die Wichtigkeit eines guten, angenehmen Lebens von Tag zu Tag zu konzentrieren. Wichtige Punkte! Obwohl ich auch nicht ganz unschuldig bin, habe ich doch selbst einige solcher Blogs geschrieben… (ich habe auch meinen letzten Urlaubs-Blog nochmal gelesen, um zu sehen, ob er zu absolut war!).

Es gibt keine universellen Richtlinien, die für jeden funktionieren und manchmal ist die Masse an gutgemeinten Hinweisen auch ein zusätzlicher Stressfaktor. Wir neigen dazu, hohe Erwartungen an unseren Urlaub zu haben und wenn dann etwas schief läuft (schlechtes Wetter, Krankheit, Familienprobleme oder andere Sorgen), oder wenn wir uns nicht richtig erholen konnten, sorgen wir uns im nächsten Moment vielleicht schon wieder darum, wo

Meine Kollegin Satu und ich haben beide einen Blog zu diesem Thema geschrieben und festgestellt, dass wir beide sehr ähnliche Gedanken hatten. Zum Beispiel ist es häufig so, dass man energiegeladen aus dem Urlaub kommt und versucht, seine komplette To-Do-Liste auf einmal abzuarbeiten. So hat man sicher ein paar supereffektive Tage, aber etwas mehr Kontrolle und Auswahl bei unseren Aufgaben kann dabei helfen, dieses Energielevel noch länger zu halten. Auch zu wissen, dass man gute Arbeit leisten, aber nicht jeden Tag mit 100% bei der Sache sein kann, ist wichtig – dort ist die richtige Balance ein Schlüssel.

Wir beide haben ebenso von Parallelen zum Sport gelernt: Athleten können nicht die ganze Zeit mit 100% Intensität trainieren, wenn sie Topleistungen erreichen wollen, ohne sich zu überlasten. Sie brauchen leichtere Trainingstage und -wochen, um die Früchte der harten Arbeit reifen zu lassen. Dasselbe gilt auch für uns „normale“ Menschen. Wir müssen ein wenig Zeit am Tag finden, um runterzuschalten, wenn möglich auch mal einen Tag zum Abschalten finden und auch mal eine Woche mit weniger Arbeit genießen, wenn eben gerade eine ansteht. Wenn wir das können, werden wir kreativer und besser vorbereitet sein, um die täglichen Herausforderungen der Arbeit in Angriff zu nehmen – und wie ein Athlet am Spieltag in Bestform sein. Natürlich braucht es dafür auch Dinge wie Training, guten Schlaf und gute Ernährung, aber das sind Themen für einen anderen Blog…

Ebenso wie es nicht den „einen“ richtigen Weg gibt, Urlaub zu machen, gibt es nicht den „einen“ richtigen Weg, mit dem Leben nach dem Urlaub umzugehen. Wir haben unterschiedliche Vorlieben, Erholungsbedürfnisse und Toleranzlevel für Stress, um von unterschiedlichen Lebenssituationen gar nicht zu reden. Urlaub ist toll zum Energie tanken, aber vielleicht sollte man sich dabei auch erinnern, etwas vom Urlaubsgefühl in den Alltag mitzunehmen. Besser darin werden, die guten kleinen Dinge des täglichen Lebens zu genießen, anstatt das auf den nächsten Urlaub aufzuschieben. Bewusst Mini-Pausen in jeden Tag einbauen (ein Spaziergang im Wald, ein Moment zum Meditieren, oder eine Tasse Tee, oder ein paar tiefe Atemzüge) und in jede Woche einzubauen – wie wäre es zum Beispiel mit einem Samstag ohne irgendwelche Pläne, Arbeit oder andere Verpflichtungen? Dann sehen wir, ob uns das besser bereit macht für die Zeit, wenn wir auf der Höhe sein müssen.

(Zum Vergrößern anklicken) Ein ausgeglichener Wochentag, wie er im Firstbeat Lifestyle Assessment aussieht. Ein kurzer Moment der Ruhe am Morgen (grüne Balken), entspanntes Musikhören am Nachmittag und Lesen, ein Spaziergang im Wald (blau) und eine lange, erholsame Schlafphase.

(Zum Vergrößern anklicken) Ein stressiger Arbeitstag, gefolgt von einem aktiven Abend. Der Stress zieht sich noch für Stunden in den Schlaf hinein. Für kontinuierliche Resilienz, sollten solche Tage mit Tagen ausgeglichen werden, bei denen die Balance zwischen Stress, Erholung und Training besser ist.

Ich ende mit einem etwas umformulierten Gedanken aus einem meiner früheren Blogs (Life’s not always a day at the beach). Um resilient und energiegeladen zu bleiben, müssen wir lernen, wie wir eine gute Balance zwischen den unterschiedlichen Anforderungen des Lebens finden sowie mehr auf unsere Erholung und die speziellen Bedürfnisse unseres Körpers achten. Wenn wir anfangen, die richtige Balance zu finden, kann sich das Leben manchmal wie ein Tag am Stand anfühlen – auch wenn gerade kein Strand zur Hand ist.

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Tiina Hoffman
tiina.hoffman@firstbeat.com

Tiina ist Trainingsphysiologin und arbeitet als Wellness-Spezialistin bei Firstbeat. 4 Jahre lang war sie Skilangläuferin und war später 4 Jahre als Trainerin an der Universität von Alaska, Anchorage aktiv. Nach ihrer Rückkehr nach Finnland fand sie ihren Weg zu Firstbeat. Um ihr eigenes Leben in guter Balance zu halten, ist sie vor allem viel draußen – Kajakfahren, Wandern, Skilanglauf und in ihrer Hütte in den finnischen Wäldern.

 

Dieser Text ist eine Übersetzung des englischen Blogs  „Back to Work: Post-Holiday Blues or Resilience and Rock&Roll Year Around?“. Das Original finden Sie hier.

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