3 Arten von psychologischem Stress, denen Athleten während der Saison gegenüberstehen

„Es braute sich etwas zusammen. Ich war gestresst wegen familiärer Probleme. Ich hatte Schlafstörungen. Auf dem Feld lasteten die Erwartungen für die Saison und unser 4-5 Start schwer auf mir.” NBA Star Kevin Love beschreibt den Beginn einer Panikattacke, die er während eines Spiels im Jahr 2017 bekam. 

Loves Erfahrung mag extrem sein, doch Stress ist ein unausweichlicher Teil des Profisports – und ein zweischneidiges Schwert.

Richtig eingesetzt kann er zu Topleistungen führen, wenn es am meisten darauf ankommt und erlaubt, auch unter höchstem Druck am Spieltag den Kopf oben zu halten. Kann der Stress jedoch nicht durch adäquate Regeneration ausgeglichen werden – oder werden Stressfaktoren beim Belastungsmonitoring vernachlässigt – führt das zu mentalen und physiologischen Problemen.

Studien haben gezeigt, dass zunehmende psychologische Stressoren die Kraftregeneration nach Krafttrainings verlangsamt und die muskuläre Kurzzeitregeneration von Widerstandstrainings hemmt. Darüber hinaus kann fehlende Resilienz für Stressoren einen negativen Einfluss auf die kognitiven Funktionen haben, welche eine Schlüsselrolle in guter Leistung, Reaktionszeit und Entscheidungsfindung haben.

Doch was genau sind diese Stressoren und wie können Trainer und Athleten sie identifizieren, um sich anzupassen und den negativen Einfluss einzudämmen?

Drei Stresskategorien

Die verschiedenen Arten psychologischen Stresses, denen Athleten gegenüberstehen, in drei Kategorien aufzuteilen, kann sehr hilfreich sein. Eine Studie schaute auf die Gründe für Stress von professionellen Australian Football-Spielern und fand heraus, dass „Spieler Gründe für Stress identifizierten, die über das Wettkampfevent hinausgingen” und führten aus, dass “die gesamte sportliche Erfahrung bei der Entwicklung von Strategien zum Stressmanagement einbezogen werden müssen.”

Im Jahr 2006 kategorisierten Fletcher und Kollegen diese Typen von Stress: Wettbewerbsstress („Competitive”), organisatorischer („Organizational”) und persönlicher Stress („Personal”).

1) Wettbewerbsstress

Wettbewerbsbezogene Stressoren sind direkt auf die Sportsituation bezogen, in der sich der Athlet befindet. Im Prinzip sind das die auffälligsten Stressoren und am direktesten mit dem verbunden, was während des Trainings oder im Spiel passiert.

Typische Wettbewerbsstressoren sind z.B.:

  • Verletzung
  • Rückkehr nach Verletzung
  • Druck vor dem Spieltag
  • Leistungsdruck im großen Spiel
  • Der Gegner
  • Wettbewerb um einen Mannschaftsplatz
  • Probleme mit Form und/oder Technik

„Stell dir vor, du hattest einen schlechten Tag und dann sind da tausende Fans, die dir sagen, dass du furchtbar bist… Da ist massiver Stress im Spiel, wenn du ständig in Bestform sein musst.”West Ham United Spieler Michail Antonio.

Jeder Athlet ist anders und ihre Reaktion auf wettbewerbsbedingte Stressoren variieren ebenfalls. Den Punkt zu finden, an dem diese Stressoren die Leistung fördern anstatt sie zu hemmen, wenn das Spiel angepfiffen wird, kann schwierig sein. Zu wissen, wann Wettbewerbsstress einen Athleten überwältigen und einen schädlichen Effekt haben kann, kann ein wichtiges Mittel zur Vorbeugung sein, um weitere Probleme später zu verhindern.

2) Organisatorische Stressoren

Organisatorische Stressoren sind der ständige Austausch zwischen einem Individuum und den Anforderungen dessen Umwelt, die vor allem mit der Organisation assoziiert werden, in welcher der Athlet agiert. (Hanton et al.)

Typische organisatorische Stressoren sind z.B.:

  • Trainingsprobleme (Veränderungen im Umfeld/Trainer, Trainingsinhalt, Praktikabilitäten)
  • Interpersönliche Konflikte mit Teammitgliedern/Trainern
  • Wahrgenommene fehlende Unterstützung durch die Organisation
  • Reise-/Unterkunftsproblemes

Organisatorische Stressoren können auf das Trainings- und Organisationsumfeld des Teams zurückgeführt – und somit auch dadurch gelöst – werden. Dinge wie ein enger Reiseplan und organisatorische Entscheidungen, die nicht im Einflussbereich des Athleten liegen, bedeuten, dass es nicht immer eine Lösung für diese Art Stressoren gibt. Doch zu wissen, welche Spieler mit bestimmten Situationen ein Problem haben, gibt die Möglichkeit, dies anzusprechen und im Idealfall eine Lösung zu finden, die für den Athleten und das Team funktioniert.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 betrachtete den Einfluss psychosozialer Stressfaktoren auf das Risiko akuter und durch Überbeanspruchung bedingte Verletzungen bei Fußballerinnen. Die Forscher stellten fest, dass Spielerinnen, die Teammitglieder als Stressquelle nannten, länger von akuten Verletzungen betroffen sind. Verletzungen durch Überbeanspruchung hielten länger vor, wenn der Trainer als Quelle des Stresses angegeben wurde.

3) Persönliche Stressoren

Persönliche Stressoren sind die Anforderungen aus der Umwelt des Athleten, welche direkt mit dem persönlichen Leben und Geschehnissen darin in Verbindung stehen.

Typische persönliche Stressoren sind z.B.:

  • Lifestyle-Probleme/-Veränderungen (Alkohol, Schlaf)
  • Finanzielle Sorgen
  • Traumatische Lebensereignisse
  • Andere Verpflichtungen (z.B. Universitätsabschluss für studierende Athleten)

Es liegt in der Natur der Sache, dass persönliche Stressoren schwierig zu sehen sind. Athleten können Probleme und Sorgen ihres täglichen Lebens mit sich herumtragen und nehmen sie in die Mannschaft, ins Training und Wettbewerbe mit hinein. Ein positives, vertrauensvolles Verhältnis des Trainers zu seinen Athleten, sodass Spieler sich auch zu persönlichen Sorgen anvertrauen können, ist sehr wichtig.

„Wohlbefinden und Leistung eines Athleten sind nicht separat zu sehen”, erklärt Dr. Andy Kirkland, Dozent für Sportcoaching und Experte im Ausdauersport, der unter anderem mit dem schottischen Rugby Team und Elite-Triathleten gearbeitet hat. „Stressoren im Hochleistungssport sind somatisch, psychologisch und sozial. Die Komponenten sind untrennbar miteinander verbunden. Soziale Faktoren sind häufig Gründe von ‘chronischer Überlastung’, werden aber selten angesprochen.”

Das große Ganze sehen

Firstbeats Stress- & Regenerationsanalyse hilft dabei, ein noch besseres Verständnis für jeden Spieler zu bekommen. Durch die fortschrittliche Analyse der Herzratenvariabilität (HRV) – aufgezeichnet durch den Bodyguard2 HRV-Monitor über typischerweise 24 Stunden hinweg – bekommen Athleten einen detaillierteren Einblick in die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden. Die Trainer bekommen durch den erstellten Bericht ein besseres Verständnis für die Stress- und Erholungssituation ihrer Spieler.

Während Schlafmonitoring bei Wearables bereits zum guten Ton gehört, ist das Firstbeat Sports System dafür ausgelegt, als Tool Einsichten in die Ressourcen des Körpers und dessen Reaktion auf Stressoren zu geben. Diese Einsichten aus einer einzigen Messung zu bekommen, können den Athleten dazu motivieren, Verhaltensänderungen durchzuführen – ohne ein tägliches Monitoring.

Der Trainer kann so erfahren, was in einer 24-Stunden-Periode bei seinem Spieler los ist, auch abseits des Trainings. Wenn darüber hinaus ein Spieler mit dem Trainer über einen der oben genannten Stressoren spricht, kann das Tragen des Bodyguard2 helfen zu verstehen, welchen Einfluss diese Stressoren haben – auf den individuellen Menschen und somit auf seine Leistung am Spieltag.

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